Das Wetter war am Morgen noch etwas kalt und bewölkt, besserte sich aber im Laufe des Tages deutlich: 30° C waren locker drin.
In Shamrock sind wir nach einem leichten Frühstück aufgebrochen und haben noch schnell ein Foto der Tankstelle aus den 60er Jahren geschossen. Tanken kann man dort nicht mehr, dort sitzt heute u.a. das Touristenbüro.
Von Shamrock haben wir die I - 40 genommen, die Route 66 ist hier in einem sehr schlechten Zustand und verläuft auch direkt neben der Interstate.
Texas ist noch dünner besiedelt als der Westteil von Oklahoma es schon war. Es gibt hier riesige Weiden auf denen Rinder grasen. Die Landschaft ist deutlich weniger grün und es gibt fast keine Bäume mehr. Früher konnte man westlich des 100. Längengrades (das ist so ziemlich die Grenze zu Texas) keine Landwirtschaft betreiben. Heute wird für die Landwirtschaft ein gigantisches Bewässerungssystem eingesetzt.
| Die Interstate schlingelt sich wie eine Schlange durch die Landschaft |
| Das Gras ist fast braun, kaum noch als grün zu bezeichnen. |
| "Gegend" gibt es hier genug |
| Pampa - in Anlehnung an die karge Landschaft in Süd-Amerika? |
Wenn es hier schon Pampa gibt, warum dann nicht auch Pisa? Einen schiefen (Wasser)Turm hat die Stadt ja schon mal vorzuweisen.
In Amarillo (TX) angekommen, haben wir erstmal (ganz ungewohnt) dem Touristenbüro einen kleinen Besuch abgestattet. Wir wollten nämlich in Amarillo bleiben und den Tag hier in der Nähe verbringen. Zunächst hat man uns auf eine "Historic Route 66" Meile in der Innenstadt verwiesen. Erkennbar am unvermeidlichen "66" Zeichen und hier in Amarillo zusätzlich mit einem blauen Pferd. Leider war da nicht so viel los - oder jedenfalls nicht das, was wir erwartet hatten.
Inzwischen war es Mittagszeit und der Hunger kehrte wieder ein. Wir fanden ein Restaurant mit phillipinischer Küche: Pinoy's auf der 6th Street zwischen Georgia und Western Road.
Von Aussen sieht es aus wie ein altes Diner:
Von Innen auch nicht viel anders, aber das Essen war sehr gut und lecker. Die Inhaberin hat sich sehr gefreut, als ich ihr versprach ihr Restaurant in unserem Blog zu erwähnen.
Die Gegend in der das Restaurant liegt, ist alles andere als vertrauenerweckend. Auf Wikipedia habe ich gerade gelesen, 20% der Einwohner von Amarillo County leben unterhalb der Armutsgrenze. Das gehört eben auch zu den USA - krasse Unterschiede zwischen Oben und Unten.
Nach einer Woche war unser Vorrat an sauberer Wäsche schon deutlich geschrumpft und so konnten wir endlich ein einen amerikanischen Waschsalon (Laundry) gehen und uns wie echte Amis fühlen. Nach einer Stunde sind wir mit sauberer Wäsche und guter Laune weiter gefahren.
Da wir nicht bis zum Grand Canyon warten wollten, haben wir südlich von Amarillo einen kleinen Abstecher in den Palo Duro Canyon gemacht. Es ist sozusagen der kleine Bruder von Grand Canyon, aber hier kann man gemütlich bis auf den Grund des Canyons fahren, laufen oder radfahren.
Man fährt ca. 20 Meilen auf der Interstate 27 nach Süden und dann einen Highway bis zum Parkeingang (Eintritt $5 pro Person).
Die Fahrt hat sich auf jeden Fall gelohnt. Der Blick durch den Canyon ist einfach atemberaubend.
| Natürlich liegt auch ein altes Wrack an einem Abhang. |
| Renate und der Canyon |
An einigen Stellen durchquert man eine Furt - bei Hochwasser steht die Straße aber auch mal bis 1,50 m unter Wasser. Wir hatten Glück und kamen jedesmal sicher auf die andere Seite.
Die typischen Windräder werden zum Antrieb der Pumpen eingesetzt.
Der Canyon war für uns das Highlight des Tages und wir können nur jedem zu einem kleinen Abstecher dahin raten.
Westlich von Amarillo ist noch die Cadillac Ranch. Dort wachsen zwar keine Cadillacs, aber sie stehen dort wie hingepflanzt direkt neben der Autobahn in der Landschaft rum.
Das Kunstwerk ist von 1974 und verändert sich ständig, da die Besucher ausdrücklich aufgefordert sind, es mit Farbe zu bemalen und zu besprühen. Diese Fotos werden also einmalig bleiben.
Für uns ein schöner Abschluss des Tages.
Jetzt sind wir wieder ein einem Motel in Amarillo. Wir gehen inzwischen lieber in ein Motel als in ein Hotel. Man findet immer was in der Nähe, oft buchen wir vorher über ein Portal oder schauen was so alles in der Nähe ist.
Während ich hier meine abendliche Aufgabe erledige und den Blogeintrag für Euch schreibe, geht draussen ein heftiges Gewitter runter. Eine Menge Regen prasselt runter. Morgen scheint bestimmt wieder die Sonne.
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