Ich gebe es zu, die USA waren für mich immer ein Land dem ich mit vielen Vorurteilen begegnet bin. Unsere erste Reise in die USA ist daher selbstverständlich auch ein Test auf die Belastbarkeit dieser Vorurteile und ihre Haltbarkeit.
Früh waren wir heute morgen schon wach in unserem Hotel. In Deutschland war es schon früher Nachmittag - hier erst kurz nach 5 Uhr morgens. Nachdem wir uns, angesichts des kalten und regnerischen Wetters, ein wenig dicker und wasserdichter angezogen hatten als gedacht, sind wir los zum Diner um zu frühstücken.
Gleich zwei Blocks weiter fanden wir das "Eleven City Diner". Von Aussen wirkt es nicht so imposant, eher unscheinbar in einem alten Farbrikgebäude. Aber wenn man reinkommt, hat man sofort das typische Diner-Feeling.
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| Kaffee kriegt man gleich als Erstes gebracht. |
Natürlich wird man 'platziert' und zu seinem Tisch gebracht. Das Personal ist super freundlich und auf der Karte nicht nur fette und ungesunde Sachen. Ich habe mir ein riesiges Müsli bestellt (lecker) und dann noch von Renates Rührei mit Bratkartoffeln genascht. (Für Renates innere Uhr war es nämlich schon Zeit für Mittagessen!).
Der Diner gehört Brad Rubin, einem ca. 40 jährigen Amerikaner mit jüdischen Glauben. Und hier hatte ich mein erstes aha-Erlebnis des Tages: Im Diner waren dezent aber erkennbar die jüdischen Wurzeln des Wirts erkennbar. Ein Bild von einem Rabbi hing über der Theke und an der riesigen Kaffeemaschine war eine Flagge Israels und hebräische Aufkleber neben anderen angebracht. In der Karte erklärte der Wirt, wie wichtig ihm und seiner Familie der jüdische Glaube und ein "Familiendiner" als Keimzelle einer guten Nachbarschaft im Viertel sind.
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| Ein Rabbi an der Wand |
Das ist hier in den USA absolut selbstverständlich, ich musste daran denken, warum es dies in Deutschland nicht (mehr) gibt und was wohl passieren würde, wenn in Münster solch ein Diner aufmachen würde. Sind wir in Deutschland auch so tolerant?
Die Bedienung hat natürlich auch schnell erkannt, dass wir Touristen sind und sich freundlich erkundigt woher wir denn kommen, was wir vorhaben. etc. Sie war nicht aufdringlich, hatte aber gleich ein paar Tipps für unseren Besuch in Chicago parat. Freundliches Personal - nicht das letzte mal, dass mir dies an diesem Tag aufgefallen ist. Natürlich fällt es auf, weil mir in Deutschland freundliches Personal auch auffällt, einfach weil es sooo selten ist.
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| Ready to rumble |
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| Kunst oder Schrott? |
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| Wolkenkratzer - Im wahrsten Sinne |
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| Parken ist teuer: 20 Min für 6$ |
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| Die Maiskolben mit eigenem Yachthafen im Tiefparterre |
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| Manche scheint das Wetter nicht zu jucken |
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| Ausrangiertes Brückenteil |
Das Panorama der Stadt ist natürlich 'typisch' amerikanisch: Hochhäuser wohin das Auge blickt, dawischen alte Gebäude die saniert wurden und wie Spielzeughäuser wirken, eine Hochbahn die direkt zwischen den Häusern durchfährt. Als wir am Nachmittag eine Tour auf dem Chicago River machen (Architectual Tour) bin ich erstaunt mit welcher Selbstverständlichkeit unsere Stadtführerin zu jedem der Hochhäuser seine Geschichte über Entstehung, architektonische Besonderheiten, Anekdoten über Besitzer und Bewohner u.s.w. erzählen kann. Wenn man sich darauf einlässt, erscheinen einem die Häuser auf einmal nicht alle gleich und man sieht auch eine gewisse Geschichte in den sonst so einheitlich erscheinenden Innenstädten in den USA.
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| Die Stadtführerin spricht vor leeren Stühlen da sich alle im hinteren und überdachten Teil verstecken |
Nach der Bootstour auf einem offenen Schiff waren wir ziemlich durchgefroren. Um uns wieder aufzuwärmen sind wir zum Navi-Peer direkt am Lake Michigan gegangen. Dort haben wir uns eine Dauerausstellung über Tiffany und Bleiglaskunst angeschaut. Renate hat ja selber früher viel Tiffany gemacht.
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| Er darf in Chicago nicht fehlen: Michael Jordan - Air Mike |
Als uns wieder etwas wärmer war, sind wir noch zu einem Italiener gegangen. Es ist gar nicht schwer in den USA vegetarisch zu essen. Auf allen Karten gibt es ausreichen Auswahl zwischen mehreren Gerichten.
Eigentlich müsste die Stadt ja schon wieder (wie vor ca. 100 Jahren) vollständig niedergebrannt sein. So oft wie wir heute Feuerwehrsirenen gehört haben, riesige Feuerwehrautos und Einsatzwagen an uns in alle Richtungen vorbeigefahren sind, muss es an jedem Ende der Stadt einen Großbrand gegeben haben.
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| Feuerwehr ständig im Einsatz - Diesmal der Brigadeleiter auf dem Weg zum Einsatz |
Eigentlich wollten wir heute Abend noch in eine Blueskneipe. Aber jetzt sind wir beide todmüde und schlafen uns aus. Der Jetlag sitzt uns noch im Nacken.
Gute Nacht!
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